Auswandererlieder
Schon in der Zeit des
Vormärz mit seinen häufigen ökonomischen Krisen waren
Zehntausende aus Deutschland in andere Teile der Welt - auch nach USA -
ausgewandert. Das verstärkte sich nach dem Scheitern der
Revolution 1848/49. Vor allem aus Baden, Württemberg und Sachsen
kamen die Hauptkontingente der Auswanderer. Bauern, Handwerker und in
geringem Maße Arbeiter verließen die Heimat, um in der
Fremde Schutz vor Verfolgung und bessere wirtschaftliche Bedingungen zu
finden.
Amerika erscheint in den meisten dieser Lieder als
das „gelobte Land“, denn seine Befreiung von der kolonialen
Vorherrschaft Englands hatte im 18. Jahrhundert in Europa gewaltigen
Eindruck gemacht. Man sollte aber nicht übersehen, dass einige
solcher Lieder auch bestellte „Propagandalieder“ waren, die
von Schifffahrtsgesellschaften verbreitet wurden.
Das Thema bekommt aufgrund der aktuellen
Diskussionen um Migration und Immigration eine Bedeutung, die über
das historisch Lehrreiche weit hinausgeht. Darüber hinaus soll die
so genannte „Ballin-Stadt“, die sich dem Thema widmet im
Juli 2007 eröffnet werden. In Vorbereitung befindet sich auch ein
Liederbuch vom Referenten zu dem Thema.