vom „Schwarzen-“ zu anderen
Märkten
„Wenn auf dem Schwarzmarkt die Hupe der
Polizei erklingt" textete in der zweiten Hälfte der 1940er
Jahre der "Original Hein von St. Pauli" auf die Melodie der
„Capri-Fischer". Während sich die Musik der Besatzer
langsam Gehör zu verschaffen mühte, war der Alltag in
Dörfern und Städten hauptsächlich von Laienchören
und -orchestern, Laienspiel-, Volkstanz- und Trachten-gruppen
geprägt.
Doch nicht nur die Liedverbote der Alliierten
ließen einen nicht geringen Teil der westdeutschen
Bevölkerung verstummen, die Liederbücher im Westen waren
reduzierte Ausgaben ihrer Vor-gänger und jene Liederschreiber, die
wie Baumann anfänglich verboten waren, waren bereits nach kurzer
Zeit mit Kinderliedern wieder dabei. Im Osten waren die ersten
Liederbücher von einer Mischung aus traditionellen Tanz- und
Volksliedern sowie kommunistischen Kampflieder der 1920er Jahre.
Besonders herausgestellt wurde das neue Massenlied.