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Z e i t s c h r i f t   f ü r   M u s i k -   u n d   S o z i a l g e s c h i c h t e  (ZMUSO)
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Die Grenzgänger und Frank Baier, 2006
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Schalmeienkapelle der Kieler „Roten Marine“
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„Zum roten Sturm voran!“ Kampflieder
Verlag Junge Garde (KPD), Berlin 1926
 
 
 
 
 
 
Tonsplitter

Archiv für Musik
und
Sozialgeschichte
PRESSEMITTEILUNG:

„Die Lieder der Märzrevolution 1920" -
nur eine realitätsferne und peinliche Schwarz-Weiß-Malerei
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Der Volksliedforscher Dr. Werner Hinze
widerspricht Baier und Zachcial.
NEU: August 2006
[zuerst April 2006]
In einem mehrseitigen Kommentar zur CD „1920. Lieder der Märzrevolution" widerspricht der Volksliedforscher Werner Hinze den Musi-kanten Frank Baier und Michael Zachcial auf das Schärfste.

Deren jüngst herausgegebene CD mit Booklet sei auf dem Stand der 68er stehen geblieben und arbeite mit einer parteipolitisch propagandistischen Polemik. Die Autoren würden z. B. die Aussagen parteipolitisch gebundener Zeitzeugen entgegen den Erkenntnissen der historischen Forschung in unangebrachter Weise in den Fordergrund stellen.

Das ganze Produkt sei, trotz „zwei ganz schöner Lieder", eine er-schreckende Schwarz-Weiß-Malerei: Böse Kapitalisten, verräterische Sozialdemokraten und gute Kommunisten. Dabei hatte die KPD seinerzeit den Aufstand der so genannten „Roten Ruhrarmee" verschlafen. Die Aktivisten damals waren Anarchosyndikalisten, Mitglieder der KAPD, der USPD und auch der Mehrheitssozialdemokraten. Darüber wie über so manches andere enthält das Booklet keinerlei Informationen.

Darüber hinaus wird die Existenz einer Frontkämpferkultur über-haupt nicht zur Kenntnis genommen. In einer Fortschreibung der DDR-Geschichtsforschung werden Kommunisten als „Arbeiter" tituliert, ohne selbst die eigenen Lieder - meist alte Soldatenlieder - zu verarbeiten, in denen von „Rotgardisten" gesungen wird. Auch die abgebildeten Fotos zeigen deutlich soldatisch uniformierte Personen unter Waffen.

Hinze weist darauf hin, dass „der Revolutionsversuch 1918 in erster Linie eine Soldatenrevolte und kein Arbeiteraufstand" gewesen sei. Er skizziert kurz die Tradition kommunistischer Soldatenverbände, die mit Gruppierungen wie z. B. die „Schwarzen Katzen", über einen „Roten Soldatenbund", „einen Revolutionären Matrosenbund" diversen „Arbeiterwehren" und so genannten „Proletarischen Hundertschaften" 1924 in dem „Roten Frontkämpferbund"  (RFB) ihren organisatorischen Höhepunkt fanden.

Der RFB  sei ebenso preußisch, militaristisch (als einziger derartiger Verband hatte er das preußische Exerzierreglement zu 99% übernommen) wie terroristisch gewesen. Wie die nationalsozialistische SA war er parteipolitisch gebunden und wie diese bewaffnet und aggressiv.


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Kontakt:
Tonsplitter, Treptower Str. 140, 22147 Hamburg-Rahlstedt - Tel.: 040 - 647 13 12
Der Volksliedforscher Dr. Werner Hinze hat erste wissenschaftliche Erfahrungen mit dem Thema Arbeiterlied in seinem Studium der Volkskunde gesammelt. Danach hat er am Institut der Mu-sikwissenschaftler in Hamburg mit Prof. Vladimir Karbusicky an einem Projekt zur Erforschung der musikalischen Arbeiterkultur gearbeitet. Aus diesem Projekt ist später auch der e. V. "Musik von unten" hervorgegangen.

In den 1990er Jahren hat er seine Dissertation über die Schalmei, das Instrument des kommunisti-schen Roten Frontkämpferbundes (RFB) geschrieben. Dabei hat er einleitend kurz die Entwicklung der paramilitärischen Ver-bände skizziert und ausführlich die Agitationskultur des RFB für den Gau Wasserkante und Bre-men unter Einbeziehung der Anweisungen der Berliner Bundesführung und deren jährlichen Reichstreffen bearbeitet und analysiert.

In einem dritten Teil folgte eine Diskussion der „Frontkämpferlieder" jener Phase mit einzelnen liedbiographischen Darstellungen.

Hinze hat darüber hinaus eine Reihe von Liederbüchern mit Lexikon-Lesebuch publiziert und eine Heftreihe mit Liedbiogra-phien herausgegeben. Das politi-sche Lied findet auch in der Neu-auflage eines Liederbuches von Johann Most seinen Widerhall.

Lit. (Auszug): Werner Hinze, Schalmeienklänge im Fackel-schein, Ein Beitrag zur Kriegskultur der Zwischenkriegszeit, Ham-burg 2002

ders. Die Schalmei. Vom Kaiser-signal zum Marschlied von KPD und NSDAP, Essen 2003




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